Berlin ist nicht nur der Hotspot für Startups in Europa, sondern hat sich auch weltweit zu einem wichtigen Standort für Blockchain Startups entwickelt. Dieser Artikel liefert einen Überblick darüber, welche Blockchain Startups die Hauptstadt hervorgebracht hat, in welchen Coworking Spaces sich die Kryptoszene in Berlin zum Arbeiten trifft.

In den letzten Jahren hat sich Berlin zur Startup-Hauptstadt Europas entwickelt. Keine andere Stadt in der Bundesrepublik bringt mehr Startups hervor, die sich zu großen Unternehmen in der jeweiligen Branche entwickeln. Berlin zieht nicht nur gut ausgebildete MitarbeiterInnen aus dem Ausland an, sondern auch Investoren, Venture Capital und Business Angels, mit denen viel Kapital in die jungen Unternehmen fließen.

Kein Wunder also, dass sich hier ein Blockchain Startup Ökosystem entwickelt hat. Und das auch schon früh, der Guardian betitelt Berlin bereits 2013 als die ,,Bitcoin Capital of Europe“. Nach den Statistiken von chain.de gibt es zurzeit 131 Blockchain Startups in Deutschland. Knapp mehr als die Hälfte, nämlich 67 Startups, haben ihren Sitz in Berlin. Gefolgt von München mit 14 und Frankfurt mit 12 Startups.

Die Hauptstadt der Blockchain Entwickler

,,Berlin ist weltweit nach London, New York einer der Hauptknotenpunkte für Blockchain Entwickler“, erklärt Shermin Voshmgir in einem Paper der Technologiestiftung Berlin.

Die Gründe sind vielfältig: die blühende Kreativ-, Nacht- und Startup-Szene in Berlin, die (ehemals) günstigen und freien Büroflächen und der Geist der Anti-Establishment-Bewegung.
Es waren die alteingesessenen Berliner, die die Anfänge der Kryptoszene in der Hauptstadt geprägt haben, denn wo könnte Technisch-revolutionäres besser seinen Anfang nehmen als hier?

Prägend für diese Kultur ist der Chaos Computer Club (CCC), der weltweit älteste Hackerclub. Viele Personen der Kryptoszene haben Verbindungen zu den Hackern des CCC. Die Ideologie wird geteilt: techno-libertäre Ansichten, Open Source, Privatsphäre, Anarchie und die Cypherpunk-Bewegung. Berlin ist das ideologische Zentrum der dezentralen Welt.
Rhian Lewis, die britische Crypto-Gründerin, die zwischen Berlin und London pendelt, sagte gegenüber thelocal.de:

Ich denke, Berlin ist wahrscheinlich der aufregendste Ort der Welt, wenn man sich für Blockchain oder Kryptowährung interessiert, weil es der einzige Ort ist, an dem die Menschen immer noch die Dezentralisierung als eine Idee betrachten und nicht als ein schnelles Vehikel, um reich zu werden.

In London, so sagt sie, sei man nur am Thema Business interessiert. Der andere europäische Standort für die Blockchain Branche, die Region im Kanton Zug in der Schweiz, das sogenannte Crypto-Valley sei aufgrund der Blockchain-freundlichen Regularien zwar interessant für Startups, aber in der 30.000 großen Einwohnerstadt Zug sei wenig los. Und in den USA liegt der Fokus meist nur auf das schnelle Geld und darauf, sein Startups schnell zum Exit zu führen.

Es ist ganz natürlich, dass sich Ethereum nicht im [Silicon] Valley herauskristallisiert hat, da das Hauptziel darin besteht, die Art und Weise, wie die Wirtschaft funktioniert, zu verändern und sie nicht nur zu optimieren,

erklärt Gnosis-CEO Martin Köppelmann in der Portrait-Serie Berlincryptocapital.

In Berlin sitzen Startups, die an der Infrastruktur arbeiten, genauso wie solche, die Anwendungen für die Blockchain bauen. Auch wenn einige der folgenden Firmen ihre offiziellen Firmensitze in anderen Ländern haben, sitzen Teile des (Entwickler-)Teams in Berlin.

Blockchain Startups in Berlin

Blockchain Infrastruktur

Aufgrund der Beliebtheit der Stadt bei Entwickler wundert es nicht, dass hier viele grundlegende Blockchain Infrastrukturen erarbeitet wurden. Ethereum hat hier einen seiner Developer-Hauptstandorte und viele Entwickler sind seit 2011 dabei, Anwendungen für Bitcoin zu entwickeln.

Second Layer Solutions für Bitcoin und Ethereum 

Und natürlich sitzen in der Bitcoin-Hauptstadt auch Entwickler des Lightning Network, das Second Layer Payment-Protokoll für Bitcoin, mit dem schnellere und kostengünstigere Transaktionen auf der Bitcoin Blockchain ermöglicht werden. Fulmo, das Research-Startup zu potenzielle Projekte und Geschäftsanwendungen für das Bitcoin Lightning Network ist ebenfalls vor Ort. Auf Base58 findet ihr ein Interview zu diesem Thema mit Fulmo-Gründer Jeff Gallas.

Einige Entwickler von Raiden, der Off-Chain-Skalierungslösung für Ethereum, arbeiten ebenfalls von Berlin aus. Ebenso wie das Lightning Network nutzt Raiden sogenannte Payment-Channels. Parallel zur Blockchain können zwei (oder mehre) verbundene Parteien unzählige Transaktionen durchführen, ohne sie an das Netzwerk weiterzuleiten. Erst wenn die Parteien den Payment-Channel schließen, werden Informationen in der Blockchain gespeichert. Das spart Zeit und Kosten und ermöglicht eine bessere Skalierbarkeit. Auf Base58 findet ihr einen Artikel zum Thema Skalierbarkeit von Blockchains.

Ethereum-Herausforderer

Auch die bekannte deutsche Ethereum-Alternative, die Plattform Lisk, hatte einst ihren (Gründungs-)Standort in Aachen und zog Anfang des Jahres nach Berlin. Das Projekt versucht, mit einem Delegated Proof of Stake (DPoS) Konsensus und anwendungsspezifischen Side-Chains besser zu skalieren als Ethereum. Ihnen folgte das erste ICO- und Sidechain-Projekt auf der Lisk-Blockchain, Madana (Marktplattform für Data Analystics).

Teilweise in Berlin ansässig (neben dem Hauptsitz in Lichtenstein), ist der Ethereum-Herausforderer aeternity. Auch deren Vorhaben ist es, eine besser skalierbare effizientere und transparentere Blockchain als Ethereum zu bauen. Ein Interview mit aeternity Gründer Yanislav Malahov  findet ihr auch Base58.

Blockchain Alternativen

Iota, die Maschine-to-Maschine-Kryptowährung für Deutschlands Industrie 4.0-Anwendungen, verlegte ihren Sitz in die Berliner Startup-Campus Factory. Ende 2017 erkannte die Berliner Stiftungsaufsicht die IOTA Foundation als erste auf Kryptowährung-basierte Stiftung an.

Weitere in Berlin ansässige Unternehmen sind:

Polkadot, ist eine Blockchain Plattform mit Side Chains und Governance. Das in der Programmiersprache Rust geschriebene Multi-Chain-Protokoll auf Onchain-Governance-Basis, stellt die Verbindung zwischen verschiedene Blockchains (Private-Permissioned/Nutzer-Enterprise) oder mit anderen Datenbanken her.

BigchainDB bietet eine skalierbare Blockchain-Datenbank für permissioned Blockchains. Eine Entwicklung aus BigchainDB ist das Ocean-Protokoll. Das Protokoll bietet ein Ökosystem für den dezentralen Datenaustausch und damit verbundenen Dienstleistungen für Künstliche Intelligenz (KI).

Außerdem hat das Startup Herdius seine Büros in der Hauptstadt. Herdius ist eine Infrastrukturschicht für bessere Skalierbarkeit und Blockchain-Interoperabilität.

Die 2011 gegründete Open Source Bitcoin-Wallet Electrum hat sich ebenfalls für die Hauptstadt entschieden.

Blockchain Startups im Bereich Fintech

Mehr als 20 % der Blockchain Startups beschäftigen sich mit Finance (Bezahlung, Investitionen, Börsen, Fundraising, Versicherungen).
Und nicht die Finanzmetropole Frankfurt ist es, die diese Fintech-Unternehmen anzieht, sondern Berlin: Circa 230 dieser Unternehmen gibt es hier und in Zukunft wird die Zahl noch steigen, denn auch die Angst vor den Konsequenzen des Brexits macht den Standort immer interessanter.

2017 flossen in den ersten zwei Quartalen etwa 90 Millionen Euro an hiesige Fintech-Unternehmen, ermittelte Pulse of Fintech.

In der ersten Hälfte 2018 stieg die Finanzierung in deutsche Fintech-Startups zu Höhenflügen auf: N26, die digitale Online Bank erhielt eine dreistellige Millionenhöhe, dicht gefolgt von der solarisbank die 70 Millionen US-Dollar an Investor-Kapital gewinnen konnte, ermittelte eine Studie von KPMG.

Das Blockchain und Fintech Startup solarisbank ist die erste Banking as a Service Plattform mit einer Vollbanklizenz der BaFin. Sie bietet u.a Krypto-Unternehmen Finanzdienstleistungen, zu denen diesen momentan noch schweren Zugang haben bzw. es noch kein Angebot gibt. Weitere Informationen  zu dem Unternehmen findet ihr auf Base58 in einem Artikel über die solarisbank und in einem Video-Interview mit CTO Peter Grosskopf.

Eine Bafin-Lizenz besitzt auch Bitbond, die globale Kreditvergabeplattform, über die Kleinkredite mittels Blockchain vermittelt werden.

Ein weiteres bekanntes Fintech-Startup in Berlin ist Bitwala, das Blockchain-basierte Bankdienstleistungen und bald eine ,,Kreditkarte für die Bitcoin-Ära” anbietet.

Das 2015 von zwei Brüdern gegründete Unternehmen Vaultoro entwickelt eine Bitcoin-Gold-Exchange, bei dem die Plattform, das Gold als Asset zur Absicherung der Bitcoins in der Schweiz physisch vorrätig hält.

SatoshiPay starteten 2014 sein Unternehmen im Deutsche Telekom Incubator hub:raum in Berlin. SatoshiPay bietet 1-Click-Mikrozahlungen per Payment-Chanel an.
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Und auch Neufund hat seinen Sitz in Berlin. Neufund ist eine Fundraising-Plattform mit eigenem Token, dem Neumark (NEU). Die Plattform bietet ein Finanzierungsmodell aus Equity Token Offerings (ETO), einem Hybrid-Modell mit Vorteilen aus Initial Public Offerings (IPO), Initial Coin Offering (ICO) und traditionellen Finanzierungsrunden. 

Blockchain PRIVACY Startups

Nirgendwo wird Datenschutz, Anonymität und Schutz der Privatsphäre so wertgeschätzt wie in Deutschland. Auch die Debatte rund um die Datenschutz-Grundverordnung und ihre Auswirkungen auf die Blockchain Technologie. Auf Base58 findet ihr einen Artikel zum Thema DSGVO und ihre Auswirkungen auf die Blockchain. 

Kein Wunder, dass sich in Berlin Startups zum Thema Digitale-Identity-Management-Systeme ansiedeln. Authenq und Jolocom sind zwei Startups, die IDaaS (Identity as a Service)- Systeme mit der Blockchain verbunden haben und damit Daten zurück in die Hände derer geben werden, denen sie gehören.

Authenteq ist eine automatische Identitätsüberprüfungs- und Datenschutzplattform, mit der eigene souveräne digitale IDs erstellt werden können. Jolocom ermöglicht mit ihrer Open-Source-Identitätsschicht für das Internet Einzelpersonen und Organisationen die Erstellung und Verwaltung digitaler Identitäten und macht diese damit unabhängig von Identitätsanbietern.

Das Startup Tanqanu bietet eine Digital-Identity-Plattform, auf denen Flüchtlinge und Menschen ohne Adresse, einen Nachweis über ihre Identität hinterlegen können.

Weitere Blockchain Startups in Berlin

Nur zwei Blockchain-Startups in Deutschland wurden von einer Frau gegründet. Neben Neufund (Zoe Adamovicz) ist dies das Ohlala (gegründet von Pia Poppenreiter). Ohlala ist eine DatingApp, bei der Männer für das Dating bezahlen. Diese sollen in Zukunft auch diskret mit Olas (auf Basis der Kryptowährung Stellar) bezahlt werden.

Weitere interessante und zukunftsträchtige Blockchain-Startups sind Chlu, ein dezentrales Rating- und Reviewsystem, das durch Zahlungsnachweis auf der Blockchain validiert wird sowie Realisto, eine dezentrale Immobilien-Crowdfunding-Plattform, die kleine und große Investoren weltweit mit Immobilien-Investitionsmöglichkeiten und Tokenisierung von Immobilienprojekten verbindet.

Mode und Designobjekte werden über die Authentizitätsplattform Lukso.io des Ethereum-Developer Fabian Vogelsteller auf ihre Echtheit überprüft. Auf Base58 findet ihr ein Interview mit Fabian Vogelsteller als Text-Interview und als Video: Video Teil 1 und Video Teil 2.

Zwei Anbieter aus dem Blockchain-Energiemarkt sind vertreten: Grid Singularity, eine Energiedaten-Austauschplattform und die StromDAO, eine Open-Source-Plattform für Blockchain-Anwendungen im Strombereich (z.B. für Autostrom-Tarife).
Die NGO Minespider wurde gegründet, um nachhaltige Mineralien mit der Blockchain-Technologie zu tracken, zu zertifizieren und damit den Abbau von Konfliktmineralien (Mineralien, die unter prekären Bedingungen in Krisenregionen abgebaut werden) zu verringern. Ein Interview mit dem Gründer von Minespider findet ihr auf Base58.

Blockchain Coworking Spaces in Berlin

Die typischen Bezirke für Startups in Berlin gelten auch für Blockchain Startups: Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Der Grafekiez im Bezirk Kreuzberg war einst die Gegend mit der höchsten Dichte an Unternehmen weltweit, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptierten.
Das ist der Kiez, in dessen Mitte sich auch die bekannte Crypto Kneipe Room77 befindet, in welcher der Kneipenwirt Jörg Platzer im Mai 2011 die erste Bezahlung für ein Bier via Bitcoin akzeptierte.  Neben Kreuzberg gibt es auch in Mitte viele Büros, Cafes und Co-Working Spaces in der sich die Crypto Szene trifft.

Full Node

Das Full Node ist ein Blockchain Coworking Space, das erst im März dieses Jahres in der Skalizer Straße in Kreuzberg eröffnet wurde. Auf 1000 qm Bürofläche befinden sich rund 100 Arbeitsplätze, ca. 20 Blockchain Startups sitzen mittlerweile in dem neu designten Gebäude, u.a. TrueBit (skalierbarer Verifikationslayer), Golem (Open Source Ökosystem und P2P- Cloud Computing), Least Authority (sicheres off-site Datenspeichersystem) und OSCoin (dezentrales Netzwerk für Entwickler von Open Source Software).

Vorangetrieben wurde das Projekt vom Team hinter Cosmos/Tendermint (Dezentrales Netzwerk, Interoperabilitätslösung für verschiedene Blockchains) und Gnosis (Vorhersage-Plattform, Exchange).
Weitere Partner von Full Node sind Slock.it, ein Verleihsystem für Gegenstände in der Verbindung mit Internet of things (IoT) und Blockchain sowie Neutrino, ein Blockchain Coworking Space in Singapur und Tokyo.

Betahaus, Berlin erster Coworking Space stand den Gründern von Full Node beratend zur Seite. Ziel von Full Node ist es, neben dem klassischen Coworking Space Arbeitsplätzen, eine Community zu bilden, die gemeinsam an Projekten und Experimenten arbeitet.

Factory Berlin

Der deutschlandweit erste Startup Campus wurde 2011 gegründet und befindet sich direkt am ehemaligen Berliner Mauerstreifen. Aktuell haben 200 Startups ihren Sitz auf dem Campus in Mitte, darunter auch Uber und SoundCloud. Weitere 14.000 qm Fläche wurden Ende 2017 für die Factory-Community in Kreuzberg errichtet.

Zu den Mietern gehören kleine Startups, ebenso Konzerne wie Audi oder die Code University. Die Factory ist Teil der DE:HUB-Initiative mit Fokus auf IoT und FinTech.
Neben vielen selbständigen Blockchain-Developern befinden sich auch einige Blockchain-Startups in der Factory: DLT-Capital (Blockchain- und ICO-Consulting), Next Big Think (IoT & Blockchain Company Builder), Weeve (IoT Data und Digital Asset Marketplace), Cyberianmine (Mining-Unternehmen), Basedglobal (Eventsuche- und Ticketsystem) und Xain (Blockchain-Unternehmens-Infrastruktur mit erweiterbaren KI-Netzwerk).

IOTA hat Anfang 2018 einen Büroplatz angemietet. Auch Einzelpersonen der verschiedenen Blockchain Startups aus der ganzen Welt sind wegen der Community Mitglied. Neben vielen Blockchain Events entwickelt sich die Factory neben dem Full Node immer mehr zu einem der führenden Blockchain Hubs in Europa.

Cryptotank

Ebenfalls in Kreuzberg angesiedelt hat sich Cryptotank, der Coworking Space von Cardena Capital (Deutschlands größter Blockchain Accelerator mit Fokus auf ICOs) und Heridus (Dezentrale Handelsplattform mit eigenem Infrastrukturlayer für alle Blockchains). Cyprotank wurde mit dem Ziel gegründet, die Blockchain- Community zusammenzubringen.

Space Shack

Das Space Shack ist ein – nach eigenen Worten – Lifehub in Schöneberg. Auch wenn der 3500 qm große Hub mehrheitlich nicht von Blockchain Startups belegt ist, finden hier eine Menge Blockchain Meetups statt. Unterstützt wird der Hub von der ESMT Berlin, der European European School of Management and Technology. Eine der ersten Hochschulen, die Bitcoin als Zahlungsmittel für die Studiengebühren akzeptiert haben.

Transistor Space

Transistor Space ist ein Fintech Hub und befindet sich im Umspannwerk Kreuzberg. Blockchain Unternehmen, wie Parity Tec., ehemals ETHCore (entwickelte den Ethereum-Client Parity), Bitwala (Bankendienstleistungen) und all4btc (vereinfacht den Kaufprozess per Bitcoin) haben sich im Transistor Space in Berlin niedergelassen.

Blockchain Politik: Bundesverband Blockchain

Und nicht zu vergessen: die Politik

In der Hauptstadt sind alle großen Firmen und Vereinigungen vertreten. Jede noch so kleine Branche und Sparte hat einen Lobbyverband. Da darf die Blockchain-Technologie nicht fehlen. Der 2017 gegründete Blockchain Bundesverband Bundesblock setzt sich dafür ein, dass die Technologie in der Politik wahrgenommen wird.

Es ist die Arbeit vom Bundesverband Blockchain zu verdanken, dass das Thema Blockchain sieben Mal im Koalitionsvertrag zu finden ist. Das wurde möglich durch die enge Zusammenarbeit mit jeweils einem Bundestagsabgeordneten aller Parteien (außer der AFD), die als politischer Beirat dem Gremium beratend zur Verfügung stehen.
Diese bringen Positionen und Vorschläge in die verschiedenen Ausschüsse (z.B. in den Ausschuss Digital Agenda, Ausschuss für Forschung und Technikfolgenabschätzung) oder in einzelnen Themengruppen der Fraktionen ein.
In verschieden thematischen Workinggroups werden diese Positionen und Vorschläge erarbeitet: Digital Identity, Logistik, Handel, Energie, Governance, Social Entrepreneurship.

Ob Basis-Infrastrukturprojekte, Blockchain Anwendungen on Top oder politische Richtungsgebung, Berlin zieht sie alle an! Die Voraussetzungen sind ideal, um kurz- oder mittelfristig zum Blockchain Hot Spot in Europa zu werden. Interessant ist, ob alternative Standorte wie Frankfurt, Köln oder München nachziehen können, um auch regional einen gewissen Grad an Dezentralität zu wahren.

In diesem Artikel wurde versucht einen Überblick über das Blockchain-Ökosystem in Berlin darzustellen. Wenn ich wichtige Berliner Blockchain-Startups vergessen haben, bitte in den Kommentaren ergänzen.

Valerie ist Redakteurin für Base58. Seit dem DAO-Hack 2016 interessiert sie sich für die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf die Gesellschaft. Valerie studierte Politikwissenschaft und Soziologie. Sie arbeitete in verschiedenen Unternehmensberatungen und schrieb bereit für ein netzpolitisches Online-Magazin. Sie engagiert sich darüber hinaus in der netzpolitischen Szene zu rechtlichen und politischen Regularien der Blockchain.

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