Vor ein paar Stunden (19:08 Uhr MEZ) hat eine der 20 reichsten Bitcoin-Adressen eine enorme Menge von insgesamt 66.233 BTC verschickt, ein Gegenwert von etwas mehr als 257 Millionen Dollar. Diese Adresse war seit 2014 nicht mehr aktiv. Die Anzahl der gesendeten Bitcoins ist damit höher, als das gestrige Handelsvolumen von Binance, mit 205 Millionen Dollar.

Hier ein Screenshot der Transaktion:

Ziel der Bitcoin Transaktionen unklar

Das Ziel der Transaktionen ist zum Zeitpunkt der Artikelerstellung weiterhin unklar. Teile der Transaktion sind auf einer Adresse wieder zusammengeflossen, was auf einen sog. OTC-Deal (Over the Counter) schließen lassen könnte. Andere Spekulationen vermuten eine versuchte „Verschleierung“ des Bitcoin Vermögens. Auf Twitter sind einige Nutzer der Transaktion weiterhin auf der Spur:

Transaktionsgebühren unter 50 USD

Die Transaktionsgebühr für diesen Geldtransfer von mehr als 257 Mio. USD beträgt gerade einmal 43 USD. Ein Beweis dafür, wie einfach und günstig selbst solche Transaktionsvolumen auf der Bitcoin Blockchain ablaufen können. Ein dezentrales „P2P Electronic Cash System“, ganz nach der Idee von Satoshi Nakamoto vor 10 Jahren.

Interessant ist auch, dass die Transaktion in viele SegWit-Adressen aufgeteilt wurde. Der Grund könnte sein, dass es schwieriger wird, die Mittel zurückzuverfolgen.

Folgt jetzt der Absturz? Was passiert mit den Bitcoins?

Was sich zuerst nach einem Horror-Szenario anhört, könnte wie gesagt verschiedene Gründe und Auswirkungen haben. Sollte das Ziel ein OTC Geschäft sein, wird dies keine Auswirkungen auf die Sekundärmärkte (Crypto-Börsen) haben und der Bitcoin Kurs damit stabil bleiben. Dies liegt daran, dass bei einem OTC Geschäft es nur zwei Seiten gibt, einen Käufer und einen Verkäufer, die sich auf einen ähnlichen Marktpreis geeinigt haben.

Bei einem Verkauf auf Binance, Coinbase oder anderen Crypto-Börsen würde das Orderbuch eine Kauforder, nach der anderen ausführen. Dies würde zu einem immer kleiner werdenden Kaufpreis führen, falls z.B. zum „Marktpreis“ direkt verkauft würde. Jedoch könnte keine Börse ein Volumen von 257 Mio. USD an Bitcoin abdecken. Eine Lösung wäre ein Verkauf über viele „kleinere“ Accounts auf den gängigen Crypto-Börsen. Dies würde sich bei diesen Summen jedoch lange hinziehen und ebenfalls zu einem deutlichen Verkaufsdruck führen. Beide Szenarien sind jedoch sehr unwahrscheinliche und auch nicht im Interesse des Verkäufers, der seinen Verkaufspreis „maximieren“ möchte.

Nichts desto trotz wirft die Transaktion Fragen auf, denn die genannte Adresse war seit 2014 nicht mehr aktiv und hat damit bereits einen der härtesten Bären Märkte in der Crypto Geschichte durchgestanden. Warum wurde dann ausgerechnet jetzt diese Bewegung ausgelöst?

Meiner Einschätzung nach ist das wie immer alles wilde Spekulation und mit äußerster Vorsicht zu genießen. Jedoch durch die Transparenz der Blockchain immer wieder ein spannender Krimi.

Weiterer „Whale“ bewegt seine BTC

21:47 Uhr MEZ wurden weitere 26.215 Bitcoin mit einem Gegenwert von 102 Millionen Dollar verschickt, allerdings von einer anderen Adresse:

Auch hier sind Empfänger und Herkunft unbekannt, jedoch sind solche Transaktionen auch nicht ganz unüblich. In der Summe der bewegten Geldmenge und Unklarheit des Senders und Empfängers, sind beide Transaktionen aber in jedem Fall auffällig.

Bitte denkt daran, dass dies wilde Spekulationen sind und sich wohl erst im Nachhinein mit viel Mühe rekonstruieren lässt, was passiert ist. Dies ist keine Handelsempfehlung und dient nur zu Informationszwecken.

[Bild: Shutterstock]

Was denkt ihr, handelt es sich hier um eine Verschleierung, einen einfachen OTC Deal oder eben doch, den Versuch, die Schäfchen ins trockene zu bringen und das sinkende Schiff zu verlassen?

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